Moorlandschaft Alp Flix

Region:

Sursés (Oberhalbstein), Gemeinde Sur

Höhe:

1'900 m.ü.M.

Besonderheiten:

Durch jahrhundertelange extensive Nutzung ist auf der Bergterrasse der Alp Flix eine einmalige Moor- und Kulturlandschaft mit Hoch- und Flachmooren, Heuwiesen und Weiden entstanden.

Pro Natura Engagement:

Pro Natura besitzt 6,2 ha Bergwiesen und hat eine Dienstbarkeit über 7,8 ha mit dem Lai Neir und seiner Moorumgebung. Gemeinsam mit der Stiftung Umwelt-Einsatz Schweiz SUS organisiert Pro Natura jährlich Arbeitswochen auf der Alp Flix.

 

Schutzstatus:

Die Alp Flix ist eine national geschützte Moorlandschaft. Sie umfasst verschiedene bundesrechtlich geschützte Flach- und Hochmoore.

Verhalten im Schutzgebiet :

  • Beim Lai Neir bitte den Wanderweg nicht verlassen, Trampelpfade zerstören die Moorvegetation unwiederbringlich.
  • Feuer machen und Campieren sind verboten.


Günstigste Besuchszeit:

Sommer und Herbst

Anreise:

Mit dem Postauto ab Chur, Tiefencastel oder St. Moritz nach Bivio (oder Sur).

Wanderroute: (siehe Karte)

Bivio - Alp Natons (1) - Gruba (2) - Salategnas (3) - Lais Blos (4) - Lai Neir (5) - Sur

 

  • Weglänge: 12 km
  • Höhenunterschied: 430 m
  • Zeitbedarf: 5-6 Stunde
  • (Variante: ab Alp Natons über Kanonensattel nach Salategnas, Höhenunterschied: 610 m)
  • Anforderungen: Längere Bergwanderung, aber immer auf guten Wegen


Ausrüstung:

Landeskarte 1:25000: Blatt 1256 Bivio; Wanderschuhe, Feldstecher, Picknick
(Bergrestaurant in Tigias auf der Alp Flix)

 

Schutzgebiet
Lai Nair mit Piz Platta
Lai Nair mit Piz Platta

Gestern...
Der Berninagletscher begrub die Alp Flix vor 10'000 Jahren mit einer 1'000 Meter dicken Eisschicht und formte dabei Mulden und Hügel. Durch den enormen Druck des Gletschers wurde der Untergrund so abgedichtet, dass er vernässte und sich mit der Zeit Moore bildeten.

Um 1350 siedelten sich Walser auf der Alp Flix an, die die Arvenwälder rodeten, um Weideland zu gewinnen. Durch ihre jahrhundertelange extensive Nutzung bildete sich eine einmalige Kulturlandschaft mit Weid- und Wiesland, die durch Trockenmauern getrennt wurden. Zudem wurde in der Erzlagerstätte "Gruba" bis ins 19. Jahrhundert Eisen- und Kupfererz abgebaut.

... und heute:
Vier Familien wohnen das ganze Jahr auf der Alp Flix. Im Sommer bekommen sie Gesellschaft von 160 Rindern und Kühen, 250 Schafen sowie einigen Ziegen.
Nur durch eine schonende, extensive Nutzung durch die Bergbauern kann die Einmaligkeit dieser Landschaft erhalten werden. Die Flachmoorwiesen werden gemäht, da sie andernfalls verbuschen würden.
Seit 1988 finden in Zusammenarbeit mit Pro Natura jährlich bis zu drei Wochenlager mit Jugendlichen und Erwachsenen statt. Dabei werden Weiden entbuscht, heikle Moore mit Zäunen geschützt und Trockensteinmauern wieder neu aufgebaut.
Der Druck auf die Landschaft durch Erholungssuchende ist vorallem an Wochenenden sichtbar, wenn manchmal Scharen an den Ufern der Lais Blos picknicken. Zudem zerstören Trampelpfade immer wieder die empfindliche Vegetation entlang den Seeufern.

 

«Schatzinsel Alp Flix»
«Schatzinsel Alp Flix», Bild: Roland Gerth
«Schatzinsel Alp Flix», Bild: Roland Gerth

Bergföhren, Zwergsträucher und Wollgras wachsen vorallem auf den trockeren Gebieten. Im nässeren Teil wachsen Haarbinsen und Schlammseggen, ebenso Wollgras und der fleischfressende Sonnentau.
Am 2. GEO-Tag der Artenvielfalt wurden auf der Alp Flix auf einer Fläche von 6 Quadratkilometern und der Höhenstufe zwischen 1550 und 2300 Metern über Meer innerhalb eines Tages 2092 Arten gefunden, unter anderem 159 Algenarten, 228 Flechtenarten, 524 Arten von Samenpflanzen, 705 Insektenarten und 18 Säugetier-Arten. Ebenso wurde eine neue Art einer Nacktschnecke entdeckt. Diese überwältigende Artenvielfalt hat der Alp den Übernamen Schatzinsel Alp Flix eingetragen.