Hecken

Holen sie sich die Natur in den Garten

Was gibt es Schöneres: Die Blütenpracht des Schwarzdorns im Frühling, die Früchte des Tierlibaums im Sommer, die Herbstfärbung des Feldahorns oder die reifen Hagebutten im Schnee – das alles kann direkt vor unserer Haustüre gedeihen und uns den Alltag versüssen, wenn wir der Natur in unseren Siedlungen mehr Platz verschaffen. Dann geht es nicht lange, bis sich Rotkehlchen, Zitronenfalter und Wildbiene einfinden und es gibt immer wieder etwas Spannendes in unserem Gartenparadies zu entdecken. Denn Hecken sind reich gedeckte Tafel, Rückzugsraum und Verbindungsstruktur zugleich. Igel nutzen die Hecke als Winterquartier, Zauneidechsen als Korridor zum Wandern und Wildbienen finden ihre Nahrung in der Blütenpracht.


Einheimisches bringt Vielfalt

Die beschriebene Vielfalt kommt nicht von ungefähr: unsere Tierarten sind auf einheimische Gewächse angewiesen. Wer fremde Arten wie Sommerflieder oder Kirschlorbeer in seinem Garten pflanzt, tut der Fauna keinen Gefallen: er lässt sie buchstäblich verhungern. Sinnvoller ist da die Anlage von Hecken, die zu mindestens einem Drittel aus Dornensträuchern bestehen. Nur dann sind brütende Vögel sicher vor Nachbars hungriger Katze. Einheimische Sträucher sind eine Alternative zu fremdländischen Bodendeckern und herausgeputzten Pflanzrabatten. Wer sich einen ganzjährigen Sichtschutz aus immergrünen Sträuchern wünscht, liegt mit Ilex (Stechpalme), immergrünen Sorten von Kreuzdorn und Wolligem Schneeball, Föhre oder Eibe richtig.

 

Einheimische Straucharten

Kreuzdorn, Faulbaum, Gewöhnlicher Wacholder, Gewöhnlicher Liguster, Haselnuss, Zweigriffliger Weissdorn, Roter und Schwarzer Holunder, Vogelbeere, Gemeiner und Wolliger Schneeball, Gewöhnliche Berberitze, Gewöhnliche Felsenbirne, Einheimisches Pfaffenhütchen, Europäische Eibe, Gemeine Heckenrose, Wald-/Windendes Geissblatt, Rote Heckenkirsche, Schwarzdorn, Roter Hartriegel, Tierlibaum/Kornelkirsche, Traubenkirsche, Vogelkirsche, Mehlbeere, Wildbirne.


Eine Auswahl einheimischer Straucharten mit Beschreibung finden in den nebenstehenden Broschüren.


Wie man eine Hecke pflanzt

  • Pflanzung in der Vegetationsruhe (November bis März), bei Frost oder in der Blütezeit sollte jedoch nicht gepflanzt werden.
  • Abstand von mindestens einem Meter zwischen den Pflanzen einplanen, damit sich die Pflanzen gut entfalten können. Damit es mit dem Nachbarn keinen Streit gibt, sollte der Abstand zum Nachbarzaun mindestens einen halben Meter betragen.
  • Hohe respektive hoch aufwachsende Pflanzen gehören in die Mitte der Hecke, niedrigere an den Rand. Gleiche Straucharten sollten in Gruppen gesetzt werden, so entsteht weniger Konkurrenz unter den Pflanzen.
  • Einheimische Pflanzen statt Neophyten bevorzugen (siehe Pro Natura Faltblatt «Invasive Neophyten im Garten»).


Wie man eine Hecke pflegt

  • Schnitt: alljährlich in der Vegetationsruhe zwischen November und März; Um einen Schnitt zu erreichen, der der Hecke zwecks Sichtschutz die gewünschte Dichte verleiht, sollte besser ein Baumpfleger engagiert werden. Die Hecke muss im Anschluss jährlich auf die Grenze und eine Höhe von 1,5 m ab gewachsenem Boden zurückgeschnitten werden (Raumplanungsgesetz für den Kanton Graubünden).
  • Nach Möglichkeit einen Krautsaum belassen, der abschnittsweise gemäht wird; einen Teil davon über das ganze Jahr stehen lassen; frühestens ab Mitte Juli mähen; Der Krautsaum dient Tieren als Rückzugsgebiet und Pflanzen können abblühen und versamen. Krautsäume, die nur jedes zweite oder dritte Jahr geschnitten werden, sind sehr wertvoll als Überwinterungsorte für Nützlinge.