Gemeinsam für die Artenvielfalt: «Strukturreiche Rebberge und Wiesen in der Bündner Herrschaft»
Für den Wendehals, den Neuntöter und viele weitere bedrohte Arten.
Das Wichtigste in Kürze
Die Bündner Herrschaft gehört zu den artenreichsten Kulturlandschaften Graubündens. Zwischen Rebbergen, Wiesen, Weiden, Hecken und Trockenmauern finden zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten wie der Wendehals, die Mönchsgrasmücke oder das Hermelin ihren Lebensraum.
Doch die Bestände vieler typischer Tier- und Pflanzenarten des Kulturlandes sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Der Hauptgrund für dieses Problem liegt in der immer intensiveren Nutzung der Landschaft.
Wir von Pro Natura Graubünden setzen uns mit BirdLife Graubünden und Schweiz gemeinsam mit Winzerinnen, Winzern und Landwirtschaftsbetrieben dafür ein, diese einzigartige Kulturlandschaft wieder gezielt aufzuwerten. Wir bauen Nistkästen, pflanzen Buschgruppen, errichten Ast- und Steinhaufen und sorgen für blütenreiche Wiesen. Die Bewirtschaftenden werden von uns begleitet, beraten und unterstützt, um diese wertvollen Lebensräume langfristig zu erhalten. So kann der Neuntöter genügend Insekten jagen, der Wiedehopf hat eine sichere Kinderstube und die Schlingnatter kann bei Gefahr ausreichend Verstecke finden.
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Pro Natura Graubünden
- Blütenreiche Wiese mit Bäumen
Warum es unsere Hilfe braucht
Viele typische Tiere und Pflanzen des Kulturlands sind in den letzten Jahrzehnten verschwunden oder massiv seltener geworden. Arten wie Wiedehopf, Neuntöter, Wendehals, Mauswiesel oder Schlingnatter gelten daher heute in den Roten Listen der Schweiz als verletzlich oder als potenziell bedroht. Hauptursachen, dass es diesen Tieren schlecht geht, liegen vor allem in der Intensivierung der Landwirtschaft und dem damit einhergehenden Verschwinden eines kleinräumigen Mosaiks unterschiedlicher Nutzungseinheiten, sowie dem Verlust wichtiger Strukturen wie Hecken oder offenen Bodenstellen. Dadurch verschwinden wichtige Brutplätze, Verstecke und Jagdgebiete.
Ohne gezielte Fördermassnahmen nimmt die Fläche und die Qualität der Lebensräume weiter ab und gefährdete Arten sterben aus.
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Pro Natura Graubünden
- Ast- und Steinhaufenbau
Unsere Ziele für das Projekt
Zwischen 2023 und 2026 werden in den Gemeinden Fläsch, Jenins, Maienfeld und Malans Rebberge gezielt aufgewertet, indem wir neue Strukturen bauen und pflanzen. Ziel vom Projekt ist es, dass viele der Zielarten wie der Wiedehopf, der Neuntöter, der Wendehals, das Mauswiesel oder die Schlingnatter weiterhin im Projektgebiet vorkommen können.
Konkret haben wir folgendes geplant:
Bau von 30 Grossstrukturen, bestehend aus einer Buschgruppe, einem Ast- oder Steinhaufen, umgeben von einem grosszügigen Krautsaum
Bau oder Pflanzung von insgesamt 100 Ast- oder Steinhaufen oder Buschgruppen ohne Krautsaum
Pflanzung von 500 m neuer Hecken
Schaffung von 10 a offener Bodenstellen und 25 a blütenreicher Flächen
Zusätzliche 100 Nistkästen für Wiedehopf, Wendehals und Gartenrotschwanz
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Pro Natura Graubünden
- Nistkasten für den Gartenrotschwanz
Gemeinsam mit Landwirten und Landwirtinnen
Alle Massnahmen werden gemeinsam geplant und auf die jeweiligen Betriebe abgestimmt. Fachpersonen beraten die Bewirtschaftenden persönlich, begleiten die Umsetzung und unterstützen sie mit fachlichem Wissen sowie finanziellen Beiträgen für zusätzliche Biodiversitätsmassnahmen.
Unterstützer:innen
Wir danken den Stiftungen herzlich, dass sie das Projekt ermöglicht haben.
Das Projekt wird von folgenden Stiftungen finanziell unterstützt:
Weiterführende Informationen
Info
Das Projekt «Strukturreiche Rebberge und Wiesen in der Bündner Herrschaft» wird gemeinsam von Pro Natura Graubünden, BirdLife Schweiz und BirdLife Graubünden umgesetzt. Es baut auf langjährigen regionalen Naturschutzprojekten auf und stärkt die Biodiversität der Bündner Herrschaft in enger Zusammenarbeit mit Landwirtschaft, Gemeinden und kantonalen Fachstellen.
Autor: Daniel Scherl, Umweltingenieur
Projektleiter bei Pro Natura Graubünden
[email protected]
081 511 64 12