Regenwurmkot: Regenwürmer sind Bodenbildner. In einem durchschnittlich besiedelten Boden produzieren rund 1 Million Regenwürmer bis zu 100 Tonnen Wurmkot pro Hektar und Jahr.

Praxistipp: Erfolgreiches Gärtnern beginnt im Boden

19.05.2022

Wir pflanzen Salat darauf an, graben Kartoffeln hinein und ernten was darauf wächst. Der Boden ist eine unserer kostbarsten Ressourcen und Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen. Im Zusammenspiel mit der Sonnenkraft baut sich pflanzliche Substanz auf, die uns Menschen und viele Tiere ernährt. Ein intakter Boden kann sich selbst erneuern, so dass er über Generationen hinweg die Grundlage für gesunde Früchte bietet. Die Permakultur, Agroforestry und auch Demeter- oder Biolandwirtinnen haben dies längst erkannt und erhalten die Bodenfruchtbarkeit mit wenig natürlichem Dünger und ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Auch im Privatgarten profitieren Gärtnerinnen und Gärtner langfristig von einem fruchtbaren und lebendigen Boden.

Baumeister fruchtbarer Böden 

In einer Schaufel Erde tummeln sich bis zu zehn Milliarden Lebewesen. Diese Klein- und Kleinstlebewesen des Bodens bilden ein beeindruckendes Zusammenspiel. Regenwürmer und Insektenlarven durchwühlen die oberen Bodenschichten auf der Suche nach Futter. Dabei durchlüften sie die Erde, so dass die Poren und Gänge Wasser aufnehmen können. Weitere Gehilfen wie Asseln, Springschwänze oder Tausendfüssler zersetzen die Streu. Mikroorganismen wie Pilzfäden, Amöben oder Bakterien wandeln die organischen Überreste in Humus um.  

Die Regenwürmer sind die bekanntesten Baumeister fruchtbarer Böden. Unermüdlich arbeiten sie totes Pflanzenmaterial in den Boden ein, produzieren wertvollen Humus und sorgen für eine optimale Bodenstruktur. Wurmkot enthält bis zu 5-mal mehr Stickstoff, 7-mal mehr Phosphor und 11-mal mehr Kalium als die umgebende Erde. Mit vorzüglichem Dünger tragen Regenwürmer somit entscheidend zur Nährstoffversorgung der Pflanzen bei. Da die Regenwürmer zusammen mit dem Pflanzenmaterial auch Mineralerde aufnehmen, entstehen Ton-Humus-Komplexe, die für eine stabile, krümmelige Bodenstruktur sorgen. 

 

Mulch und Mischkulturen anstelle von Düngung und Bodenbearbeitung  

Anstatt den Boden umzugraben und die Pflanzen zu düngen, lohnt es sich den Permakultur-Ansatz zu verfolgen und in erster Linie das Bodenleben zu fördern und zu ernähren. Denn wer die Arbeiter im Boden fördert, verhilft dem Boden zu mehr Gesundheit, Leben und Fruchtbarkeit. 

Neben einem biologischen Anbau ist eine schonende Bearbeitung des Bodens wichtig: Pflug und Spaten sollten nur sparsam eingesetzt werden, damit die mühselig aufgebaute Struktur nicht zerstört wird. Die Bodenlebewesen müssen zudem reichlich «gefüttert» werden: Abwechslungsreiche Fruchtfolgen, vielfältige Erntereste, eine konsequente Bodenbedeckung mit Mulch und massvoll eingesetzter organischer Dünger (Mist, Kompost) sorgen für ein üppiges Nahrungsangebot.  

Das Mulchen - die Abdeckung des Bodens mit organischem Material - schützt vor Witterungseinflüssen, Verdunstung und unterdrückt den (Un-)Krautwuchs. Dazu wird das Material verwendet, welches im Garten anfällt. Zu Beeren, Sträuchern oder Obstbäumen passt waldartiges gehäckseltes Mulchmaterial wie Laub oder Heckenschnitt. Gemüse bevorzugen Krautmulch und Rasenschnitt. Je feiner der Mulch, desto besser für die Bodelebewesen. Der Mulch wird nur locker verteilt, damit die Sauerstoffzirkulation gewährleistet bleibt. Zudem können sich so die Schnecken weniger darunter verstecken. 

Wie abwechslungsreiche Fruchtfolgen bringen Mischkulturen eine bessere Ernte und helfen einseitiges Auslaugen des Bodens zu verhindern. Bekannt ist die Kombination von Rüebli und Zwiebeln, welche sich gegenseitig Möhren- und Zwiebelfliege abwehren. Viele weitere gute Nachbarschaften helfen zur Schädlingsabwehr. Knoblauch und Schnittlauch, welche unter die Erdbeeren gemischt werden, schützen diese vor Mehltau. Bohnenkraut wehrt bei den Bohnen die schwarzen Läuse ab, zudem kann das passende Gewürz gleich bei der Ernte mitgepflückt werden. 

Anstatt aufkommende Wildpflanzen wie Vogelmiere, Gundelrebe oder Brennnesseln als Unkraut zu jäten, lohnt es sich diese in die Mischkulturen als Aufwertungspflanzen zu integrieren. Wildpflanzen schliessen durch ihren Stoffwechsel wichtige Spurenelemente und Mineralien des Bodens für andere Pflanzen auf, fördern Nützlinge im Garten und schützen den Boden als lebendige Mulchdecke. Viele sind auch sehr schmackhaft zum Ernten, Vogelmiere beispielsweise als Salatbeigabe und Brennnesseln als Chips oder Suppe.

Monika Jung

 

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Monika Jung - Projektleiterin Kulturland
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Knoblauch im Erdbeerbeet

Knoblauch im Erdbeerenbeet hilft zur Vorbeugung vor Mehltau. Eine lockere Mulchschicht schützt den Boden vor Austrocknung. In den randlich wachsenden Blumen und Wildkräutern sowie im Totholzhaufen werden Nützlinge für den Garten gefördert.

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