Blumenwiese Pro Natura Graubünden

Blumenwiese

Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine Blumenwiese anlegen.

Lebensraum für: Bienenkäfer, Zauneidechse und Flockenblumen-Scheckenfalter 

So legen Sie eine Blumenwiese an

1. Standort wählen

Grundsätzlich lassen sich Blumenwiesen an den meisten Standorten anlegen, sofern das Saatgut zu den örtlichen Bedingungen passt. Besonders gut entwickeln sie sich auf sonnigen, nährstoffarmen Flächen, die seit Jahren nicht gedüngt wurden und nur selten betreten werden.

2. Saatgut auswählen

Für die Ansaat einer Blumenwiese sollte hochwertiges und standortangepasstes Wildpflanzensaatgut aus der Region verwendet werden. Lassen Sie sich bei der Wahl des Saatguts von einer Fachperson beraten.

3. Standort vorbereiten
  1. Nährstoffarme Fläche:  
    Entfernen Sie die bestehende Vegetation vollständig mit samt der Wurzeln. Sie können entweder die bestehende Vegetation abstechen oder die Fläche umgraben und das Pflanzenmaterial aus der Erde sortieren. Nach 3 - 4 Wochen lockern Sie die obersten 2 - 3 cm des Bodens erneut und jäten noch einmal gründlich.

Nährstoffreiche Fläche:  
Entfernen Sie die bestehende Vegetation und deren Wurzeln. Tragen Sie zusätzlich die oberste humusreiche Schicht ab oder fräsen Sie Sand in den Boden ein. 

4. Blumenwiese anlegen

A: Säen Sie die gesamte Fläche mit der Hälfte des Saatguts breitwürfig ein. Wiederholen Sie den Vorgang mit der zweiten Hälfte quer zur ersten Einsährichtung.  

B: Befestigen Sie anschliessend die Fläche leicht, indem Sie mit einer Rasenwalze darüberfahren oder die Oberfläche mit einer flachen Schaufel leicht anklopfen. Die Samen sollten nicht mit Erde bedeckt werden, da sie Licht brauchen, um zu keimen. Nach 4 - 8 Wochen beginnen die Samen zu keimen.  

C: Der erste Pflegeschnitt nach Aussaat der Wiese erfolgt, sobald 2/3 des Bodens durch den Bewuchs nicht mehr sichtbar sind. Im ersten Jahr können 2 - 3 weitere Schnitte notwendig sein. Der letzte Schnitt erfolgt kurz vor dem Winter, damit die Pflanzen im Frühling genügend Licht bekommen. Das Schnittgut muss jeweils sofort abgeräumt werden. 

Blumenwiese Ritz & Häfliger, Basel

Tipps

  • Bewässern Sie die neu angelegte Blumenwiese nicht.  

  • Idealerweise mähen sie kleine Flächen mit der Sense, grössere Flächen mit einem Balkenmäher. 

  • Geduld: Die volle Artenvielfalt entwickelt sich über 3 - 5 Jahre.  

  • Nachdem sich die Blumenwiese etabliert hat, lassen Sie das Schnittgut am besten direkt auf der Wiese in der Sonne trocknen. So können die Samen ausfallen und zur d natürlichen Vermehrung der Pflanzen beitragen. Nach dem Trocknen sollten Sie das Schnittgut aus der Wiese entfernen.

Zeit für Erstellung und Unterhalt

Blumenwiesen werden am besten im Frühling angelegt. Der optimale Schnittzeitpunkt sowie die Anzahl der Schnitte sind stark standortabhängig. Wiesen im Tal werden in der Regel früher gemäht als Wiesen in höheren Lagen, und nährstoffarme Wiesen benötigen weniger Schnitte als nährstoffreiche Wiesen. Der optimale Zeitpunkt für den Schnitt kann sich mit zunehmender Höhenlage um mehrere Wochen verschieben.

Kalender-Grafik Blumenwiese Ritz & Häfliger, Basel

Gut zu wissen

Wie artenreich eine Blumenwiese wird, hängt von vielen Faktoren ab: Standort, Boden, Saatgut, Pflege, Pflegezeitpunkt etc. 

Damit die Anlage einer Blumenwiese erfolgreich ist, lohnt es sich, eine Fachperson beizuziehen oder sich selbst vertieft in das Thema einzuarbeiten. Eine leicht verständliche Broschüre mit Tipps zur Anlage von Wildblumenwiesen finden Sie unter folgendem Link: Link aufrufen

 

Saatgut 

Wiesen die mit lokal geerntetem Saatgut eingesät sind, sind besonders wertvoll. Die Pflanzen in der Wiese sind dann bestens ans lokale Klima und die lokale Fauna angepasst. Standortangepasstes Saatgut aus Ihrer Region finden Sie z. B. unter folgendem Link: Link aufrufen

 

Blumenwiesen auf Landwirtschaftsland 

Landwirtinnen und Landwirte können für Buntbrachen und extensiv bewirtschaftete Blumenwiesen mit entsprechender Qualität Beiträge von Kanton und Bund erhalten. Für die Neuanmeldung solcher Strukturen wenden Sie sich bitte an Ihre landwirtschaftliche Beratung.