hochmoor

Politischer Naturschutz

Mit den technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen hat sich der Druck auf die Natur weiter erhöht. Wo die Natur zurückgedrängt wird, nehmen wir engagiert Stellung für sie und verleihen ihr in der Gesellschaft und Politik eine starke Stimme.

Doppelinititiative Biodiversität und Landschaft: Unterschreiben Sie 2x!

In der Schweiz sind viele Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Von den Agglomerationen her verbreitet sich ein monotoner Siedlungsteppich mit Wohnsilos, Lager- und Treibhäusern in der Landschaft. Gleichzeitig durchlöchern Behörden und Politik die langjährig bewährte Naturschutzpolitik.

Wir wollen diesen Verlust von Natur und Landschaft nicht hinnehmen! Deshalb werden wir politisch aktiv. Dazu hat Pro Natura zusammen mit Birdlife Schweiz, dem Schweizer Heimatschutz und der Stiftung für Landschaftsschutz den Trägerverein «Ja zu mehr Natur, Landschaft und Baukultur» gegründet. Gemeinsam lancieren wir zwei Volksinitiativen: 

  • Die Biodiversitätsinitiative fordert mehr Fläche mit einer Bewirtschaftung im Einklang mit der Biodiversität, mehr Schutzgebiete und mehr Gelder für die breitflächige Förderung von Biodiversität. 
  • Die Landschaftsinitiative fordert strengere Regeln beim Bauen ausserhalb der Bauzone.

Referendum gegen die Änderung des Jagdgesetzes

Mit dem Inkrafttreten des neuen JSG braucht es für eine Abschussbewilligung keinen konkreten Schaden mehr. Künftig kann man unliebsame Tiere töten, noch bevor sie irgendeinen Schaden angerichtet haben. Allein ihre Existenz reicht aus, um sie dezimieren zu dürfen. Schönfärberisch wird von «Regulation» gesprochen. In Zukunft entscheiden die Kantone alleine, welche geschützten Tiere geschossen werden. War es früher der Bund, der den Abschluss bundesrechtlich geschützter Tiere genehmigen musste, sollen in Zukunft die Kantone über solche Abschüsse entscheiden dürfen. Naturschutz würde zum Spielball von parteipolitischen Interessen, kantonalen Vollzugsunterschieden und Klientelpolitik. Die Liste an geschützten Tieren, die geschossen werden können, darf der Bundesrat beliebig erweitern. Als die beiden Räte das Gesetz verabschiedeten, setzten sie zwei geschützte Tierarten auf die Abschussliste: den Steinbock und den Wolf. Das bedeutet aber nicht, dass die anderen Arten weiterhin uneingeschränkten Schutz geniessen werden. Der Bundesrat kann künftig nämlich weitere Arten auf dem Verordnungsweg für Abschüsse freigeben – also ohne Parlamentsbeschluss oder Volksabstimmung. Die parlamentarische Debatte zum JSG bot einen Vorgeschmack dessen, wie viele andere geschützte Tierarten betroffen sein könnten: Biber, Luchs, Fischotter, Graureiher und Gänsesäger sind im Visier einzelner Politiker.

Unterschreiben Sie jetzt das Referendum gegen das missratene Jagdgesetz!

Bauten ausserhalb Bauzonen (BAB)

bab Pro Natura Graubünden

Ausserhalb der Bauzonen entstehen im Kanton Graubünden jährlich eine nicht geringe Anzahl neuer Bauten und Anlagen. Dazu kommen mindestens ebenso viele Umbauten und Erweiterungen von bestehenden Bauten. Aufgrund fehlender Kenntnisse oder aber von Natur- und Landschaftsschutz abweichenden Interessen führen diese immer wieder zu Konfliktsituationen, z.B. wenn ein Projekt in einem inventarisierten Objekt (Moor, Trockenwiese, ...) realisiert werden soll. Pro Natura Graubünden prüft diese Gesuche und beteiligt sich mittels einer Stellungnahme bei Projekten, die einen klar negativen Einfluss auf die Natur bzw. die Landschaft haben, am Bewilligungsverfahren. Ziel ist es, eine verbesserte, d.h. natur- und landschaftsverträglichere Lösung für das Vorhaben zu finden.

Meliorationen

Melioration Pro Natura Graubünden

Meliorationen bezwecken nebst der Neuzuteilung von Grundstücken auch einen Ausbau der Erschliessung der einzelnen Grundstücke, was nicht selten zur Neuerstellung und Sanierung vieler Strassenkilometer führt und somit von entscheidender Bedeutung ist für die weitere Entwicklung der Bündner Natur- und Kulturlandschaft. Pro Natura setzt sich ein, um im Rahmen der Melioration landschaftlich und ökologisch wertvolle Elemente zu erhalten bzw. deren Qualität oder Schutzstatus aufzuwerten.

Ortsplanungsrevisionen (OP)

op Pro Natura Graubünden

Im Rahmen der Ortsplanungsrevision fällen die Gemeinden raumplanerische Entscheide von mittel- bis langfristiger Wirksamkeit. Pro Natura überprüft im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung und des Genehmigungsverfahrens, ob die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes berücksichtigt werden. Durch eine Stellungnahme an die Gemeinde, resp. eine Einsprache beim Kanton im Genehmigungsverfahren, haben wir die Möglichkeit, unsere Anträge zur Erhaltung und Förderung von Natur  und Landschaft einzubringen. Wir setzten uns ein für die Unterschutzstellung von schützenswerten Objekten in den Gemeinden, wie Fledermauskolonien, Hecken, Moore etc. und für eine Konzentration der Bau- und Tourismuszonen auf ökologisch wenig wertvolle Bereiche und landschaftlich stimmige Lösungen.

Energieanlagen

EW Sagenbach

Keine Form der Energiegewinnung ist ohne Auswirkung auf Natur und Landschaft. Der stetig wachsende Energieverbrauch in der Schweiz lässt ein Ende des Neubaus von Kraftwerken jedoch bislang nicht zu. Durch den Verzicht auf weitere Atomkraftwerke kommen immer mehr Wind- und Solarprojekte auf dem Tisch, und auch die Anzahl von geplanten Kleinwasserkraftwerken ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Pro Natura befürwortet den Ausbau von erneuerbarer Energie, jedoch nicht auf Kosten von Natur- und Landschaftsschutz.
Für die Wasserkraftnutzung fehlt im Kanton Graubünden ein Gesamtkonzept. Der Ausbau der letzten unverbauten Gewässer im Kanton ist im vollen Gange. Wir setzen uns ein, damit die schönsten und wertvollsten Gewässerabschnitte auch künftig frei fliessen können oder zumindest eine anständige Restwassermenge aufweisen. Bei der Erstellung von Wind- und Solaranlagen ist besonderes Augenmerk auf die Landschaftsverträglichkeit zu legen, da insbesondere die Windräder in ihrer Grösse und Exposition oft von weither sichtbar sind. Auch die Lärmbelastung und die Störung der Avifauna (Vogelwelt) und Fledermäuse darf bei Windanlagen nicht vergessen werden. Bei Solaranlagen plädieren wir für die Ausnutzung der Dächer und Gebäudefassaden und weiterer innovativer Projekte in den Siedlungen – dort wo der Strom benötigt wird und die Landschaft nicht zusätzlich beeinträchtigt wird.

Tourismus

Die Anzahl von Outdoor-Sportarten hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Das heutige Spektrum von touristischen Anlagen im Kanton ist sehr breit. Es beinhaltet u.a. unzählige, oft künstlich beschneite Skipisten, Bikepisten, Rodelbahnen, Seilpärke, Klettersteige, Lehrpfade zu den unterschiedlichsten Themen usw. Auch Resorts und Hotelanlagen sind Teil der touristischen Bauten. Da die meisten touristischen Anlagen ausserhalb der Bauzone erstellt werden, haben wir im Rahmen des BAB-Verfahrens die Möglichkeit, unsere Anliegen einzubringen. Bei grossen Projekten braucht es oft eine vorgängige Ortsplanungsrevision, zu der wir uns ebenfalls äussern können. Wo der touristische Druck in empfindlichen Naturräumen immer stärker zunimmt, setzen wir uns für eine Besucherlenkung ein.