Trockenmauer Josia Orlik

Trockenmauer

Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine Trockenmauer anlegen

Lebensraum für: Mauereidechse, Schlingnatter und Zwergfledermaus 

So bauen Sie eine freistehende Trockenmauer bis 1.5 m

1. Standort wählen

Wählen Sie einen sonnigen oder halbschattigen Standort auf Wiesen, Weiden oder entlang von Gebäuden. Auch in Gärten sind Trockenmauern wertvoll.

2. Material auswählen

Idealerweise verwenden Sie frostsichere Natursteine aus Ihrer Region (z.B. Granit oder Gneis). Sie benötigen:  

  • grosse, flache Steine für das Fundament 

  • Steine mit einer flachen Seite zum Aufmauern 

  • kleinere Steine zum Ausfüllen von Zwischenräumen 

  • einige längere Steine zur Verbindung der beiden Mauerseiten (Bindesteine) 

  • grosse, schwere Steine (Kronsteine) für den oberen Abschluss der Mauer 

3. Standort vorbereiten

Entfernen Sie die Grasnarbe und die oberen 30 cm Erde. Die entstehende Grube sollte etwa 20 cm breiter und länger sein als die geplante Mauer. Eine freistehende Trockenmauer benötigt eine Basisbreite von mindestens 50 % ihrer Höhe. 

4. Mauer bauen

A: Füllen Sie die Grube mit Schotter oder Koffer und verdichten Sie das Material sorgfältig. 

B: Spannen Sie zwischen vier Holzlatten eine Richtschnur, damit Sie die Mauer gerade ausrichten können. Für zusätzliche Stabilität muss die Mauer um 10 % nach innen geneigt erstellt werden.  

C: Legen Sie die Fundamentsteine so auf den Schotter/ Koffer, dass sie nicht wackeln.  

D: Setzen Sie Stein für Stein so, dass jeder möglichst flach und grossflächig auf dem darunterliegenden Stein aufliegt.  

E: Füllen Sie die Zwischenräume mit kleinen Steinen aus, sodass jeder Mauerstein festsitzt.  

F: Nach rund 50 cm Höhe setzen Sie pro Laufmeter jeweils eine Bindestein quer ein, um die beiden Mauer wände miteinander zu verbinden.  

G: Mauern Sie bis zur gewünschten Höhe und schliessen Sie die Mauer mit grossen, stabil sitzenden Kronsteinen ab. 

Grafik Trockensteinmauer Ritz & Häfliger, Basel

Zeit für Erstellung und Unterhalt

Trockenmauern können immer erstellt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Für den Unterhalt empfehlen sich die frühen Herbstmonate. Dann ist die Brutzeit der meisten Arten abgeschlossen, und die Arbeiten können noch rechtzeitig durchgeführt werden, ohne dass die Tiere in der Winterruhe gestört werden. Der optimale Zeitpunkt für den Unterhalt kann sich mit zunehmender Höhenlage um mehrere Wochen verschieben.

Kalender-Grafik Trockemauer Ritz & Häfliger, Basel

Gut zu Wissen

Der Bau von Trockenmauern erfordert handwerkliches Geschick und Erfahrung. Wenn Sie noch keine Praxis im Trockenmauerbau haben, empfehlen wir, eine Fachperson beizuziehen. Einige Fachpersonen finden Sie auf der Webseite des Schweizerischen Verbands der Trockensteinmauerer SVTSM. Sehr oft können auch kantonale Fachstellen, Naturpärke sowie lokale Naturvereine und Umweltorganisationen eine Handwerkerin oder einen Handwerker aus der Region empfehlen. 

Wenn Sie ohne Erfahrung selbst aktiv werden wollen, lohnt es sich, sich gut vorzubereiten. Hilfreiche Anleitungen und Hintergrundwissen finden Sie in der Fachliteratur. Ein besonders empfehlenswertes Buch ist:https://trockenmauerbuch.ch/ 

 

Bevor Sie mit dem Bau beginnen, sind einige Abklärungen notwendig. Die folgenden Hinweise beziehen sich auf den Kanton Graubünden, ähnliche Regelungen gelten auch in anderen Kantonen.

 

Baubewilligung 

Innerhalb der Bauzone: 
Mauern über 1 Meter Höhe sind bewilligungspflichtig (Baugesuch erforderlich). 
Mauern unter 1 Meter müssen der Gemeinde gemeldet werden. 

Ausserhalb der Bauzone: 
Alle Mauern sind bewilligungspflichtig – unabhängig von ihrer Höhe.

 

Grenzabstände 

Mauern bis 1,5 Meter Höhe dürfen direkt an die Grundstücksgrenze gebaut werden. Höhere Mauern müssen einen Abstand zur Grenze einhalten. 

Verschärfungen durch kommunale Baugesetze sind möglich. Informieren Sie sich in jedem Fall frühzeitig bei der Baubehörde Ihrer Gemeinde über die geltenden Vorschriften. 

 

Finanzielle Unterstützung 

Der Bau und die Sanierung von Trockenmauern werden häufig finanziell unterstützt. Das Amt für Natur und Umwelt (ANU) des Kantons Graubünden bietet Beiträge für viele entsprechende Projekte an. Informationen zu Voraussetzungen und Anträgen finden Sie hier: