Weiher
Die Ansprüche an ein Laichgewässer unterscheiden sich je nach Art deutlich. Der hier beschriebene Weiher ist für häufige Amphibienarten wie den Grasfrosch, den Bergmolch oder die Erdkröte geeignet. Beachten Sie die Bewilligungsvoraussetzungen und Hinweise zum Bau von Weihern am Ende der Seite.
So legen Sie einen Weiher an
Ein guter Ort für einen Amphibienweiher ist sonnig bis halbschattig. Er befindet sich in der Nähe von Wald, einer Hecke oder anderen strukturreichen Lebensräumen und hat einen möglichst grossen Abstand zu stark befahrenen Strassen.
Bereits sehr kleine, fischfreie Weiher von wenigen Quadratmetern werden von Amphibien besiedelt. Dennoch lohnt es sich, den Weiher möglichst gross zu planen – hier gilt die einfache Regel: Je grösser, desto besser.
Besonders wichtig sind flache Uferbereiche. Sie erwärmen sich schneller und bieten ideale Bedingungen für die Entwicklung von Kaulquappen. Ein sanftes Gefälle ist auch aus sicherheitstechnischen Gründen empfehlenswert. Auf dem ersten Meter vom Ufer aus sollte die Wassertiefe nicht mehr als 20 cm betragen. Bei genügend grossen Weihern sollte eine Tiefe von 80 – 100 cm angestrebt werden.
A: Bei sandigen oder steinigen Böden ist eine künstliche Abdichtung notwendig. Bewährt haben sich EPDM-Kautschukfolien oder chlorfreie TPO- bzw. PE-Folien.
Schützen Sie die Abdichtung vor Beschädigungen, indem Sie ober- und unterhalb der Abdichtung ein robustes Schutzvlies ausbringen. Wichtig ist dabei, dass sich die beiden Vliesschichten nicht direkt berühren, da sonst bei Trockenheit Wasser aus dem Weiher herausgesaugt werden kann.
B: Bedecken Sie den oberen Fliess mit einer Schicht aus 20 – 30 cm ungewaschenem Fluss- oder Wandkies. In grösseren Gewässern erhöht eine abwechslungsreiche Mischung verschiedener Korngrössen und Materialien (Steine, Kies, Sand, Schlick, Lehm) die Strukturvielfalt und macht den Lebensraum für viele Arten attraktiver.
C: Der Weiher kann mit grösseren Steinen, Schwemmholz oder Wurzelstöcken strukturiert werden. Mit etwas Geduld stellt sich oft eine natürliche Spontanvegetation ein. Alternativ können einheimische Arten gezielt als Initialpflanzung eingebracht werden.
Zeit für Erstellung und Unterhalt
Weiher können immer angelegt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Für die Pflege eignen sich die frühen Herbstmonate, damit die Laichzeit, die Larvenentwicklung und die Überwinterung möglichst nicht beeinträchtigt werden. Der optimale Zeitpunkt für den Unterhalt kann sich mit zunehmender Höhenlage um mehrere Wochen verschieben.
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Ritz & Häfliger, Basel
Tipp
Ungewaschenen Kies können Sie bei Kieswerken oder teilweise auch direkt bei Ihrer Gemeinde beziehen, wenn dieser bei der Bewirtschaftung von Wildbächen anfällt.
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Pro Natura Graubünden
- Weiher in einem Garten
Gut zu wissen
Grundsätzlich ist jede neue Wasserstelle ein Mehrwert. Die Ansprüche von Amphibien und anderen Wasserbewohnern an ihre Laichgewässer unterscheiden sich jedoch teilweise stark. Zudem können bei der Erstellung von Tümpeln und Weihern Fehler passieren, die den ökologischen Wert der Anlage mindern.
Wir empfehlen deshalb, sich vorab vertieft mit der Tümpelerstellung auseinanderzusetzen oder eine Fachperson beizuziehen. Fachkundige Beratung erhalten Sie z.B. bei kantonalen Fachstellen, lokalen Naturvereinen, Naturpärken sowie Naturschutzorganisationen.
Abklärungen und Bewilligungen
In Graubünden kann in der Bauzone je nach Grösse des Gewässers eine Bewilligung erforderlich sein. In jedem Fall besteht jedoch eine Anzeigepflicht gegenüber der Gemeinde.
Ausserhalb der Bauzone sind Tümpel und Weiher bewilligungspflichtig und erfordern ein Baugesuch.
Sicherheit
Bei Weihern ist auf die Sicherheit von Menschen und Tieren zu achten. Im Siedlungsbereich sollten Gewässer entweder kleintierdurchlässig eingezäunt werden oder über flache Uferzonen verfügen, die mit einem maximalen Gefälle von etwa 20 cm pro Meter einen sicheren Zugang ermöglichen.
Eine Fachdokumentation zum Thema Sicherheit der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) finden Sie auf deren offizieller Website: Link aufrufen
Temporäre Gewässer
Ein grosser Teil der gefährdeten Amphibienarten ist auf temporäre Gewässer angewiesen. Einen Leitfaden zu diesem Thema finden Sie hier: Link aufrufen
Finanzielle Unterstützung
In Graubünden besteht die Möglichkeit, beim Amt für Natur und Umwelt (ANU) finanzielle Unterstützung für die Erstellung von Amphibienlaichgewässern zu beantragen. Die gleiche Möglichkeit besteht auch in den meisten anderen Kantonen. Ein entsprechendes Antragsformular für Graubünden finden Sie hier: Link aufrufen