Rückzugsstreifen

Optisch schön und ökologisch wertvoll

15.07.2022

Diesen Sommer werden Landwirtinnen und Landwirte in Graubünden und neu auch in Glarus wieder zu kreativen Insektenförderern, indem sie ihre ungeschnittenen Wiesenbereiche im Rahmen des Mahdreste-Wettbewerbs in Szene setzen. Dabei betreiben sie nicht nur wertvolle Insektenförderung, sondern machen durch kunstvolle Schnittformen den ökologischen Wert der Mahdreste bekannter und sichtbarer. Einer dieser «kreativen Insektenförderer» ist Georg Blunier, Landwirt aus Paspels, der dieses Jahr mit seinem Rückzugsstreifen den Wettbewerb eröffnet.

Die ersten Mahdreste wurden stehengelassen

Biolandwirt Georg Blunier nimmt zum zweiten Mal am Mahdreste-Wettbewerb teil. Er ist einer der Ersten dieses Jahr, der schon Mahdreste stehengelassen hat. Mit kleinem Aufwand hat er seine Wiesen noch insektenfreundlicher gemacht. Die langen, stehengelassenen Wiesenstreifen sind wertvolle Überlebensinseln und Trittsteine, nicht nur für Insekten, sondern auch für Feldhasen, die auf seinem Land häufig anzutreffen sind. Die Mahdreste (also zirka 10% der Fläche) bleiben das ganze Jahr stehen.

Da die Fläche trotzdem als vollständig genutzt gilt und die Mahdreste im Rahmen der Vernetzungsverträge auch abgegolten werden können, empfindet Georg Blunier das Anlegen von Mahdresten als klare Win-Win-Situation. «Da man die Rückzugsstreifen an jährlich rotierenden Orten stehenlassen kann, die vielleicht schwieriger zum Mähen sind, hat man tendenziell weniger Aufwand, als wenn man die ganze Fläche mäht. Trotzdem gilt die Fläche als komplett genutzt und man fördert gleichzeitig die Biodiversität.» Obwohl die ungeschnittenen Streifen auf den ersten Blick «unordentlich» erscheinen können, stellen sie ein wertvolles Landschaftselement dar. Durch die Mahdreste bleiben Extensivwiesen das ganze Jahr hindurch attraktiv für Wiesenbewohner. «Die Feldrandtafel hilft, die Wichtigkeit dieser Streifen der Bevölkerung näher zu bringen und sie zu sensibilisieren, dass ungeschnitten nicht gleich unordentlich ist», so Blunier.

Flavia Mondini
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